Infos zur Trockenheit 2018

8.08.2018

Die Trockenheit ist in weiten Teilen des Kantons Aargau sehr ausgeprägt. Zu schaffen macht das fehlende Futter oder die Einschränkungen bei der Wasserentnahme. Diverse Massnahmen wurden eingeleitet oder sind noch in Diskussion. Der BVA ist an allen Fronten dabei und wird auch von Medienanfragen überrannt. Nachfolgend ein Überblick.

Der lang ersehnte Dauerregen kann nicht hergezaubert werden. Jedoch bemüht sich der BVA, dort Einfluss zu nehmen, wo es geht. Sei es auf nationaler wie auch auf kantonaler Ebene. Das Verständnis ist an vielen Orten vorhanden.

ÖLN-Bestimmungen lockern
Im Sinne der „höheren Gewalt“, unter welche die Trockenheit eingestuft werden kann, sind verschiedene Massnahmen bewilligt worden. So etwa eine frühzeitige Beweidung von Biodiversitätsförderflächen, die Berücksichtigung in der Suisse-Bilanz, die Ausnahmen bei den RAUS-Bestimmungen oder beim Einsatz von Silomais im Programm GMF. Wir verweisen dazu auf den Bericht von Landwirtschaft Aargau. Unsere Düngeberater helfen Ihnen gerne bei der Umsetzung.

Wasserentnahme von Bächen und ab Hydrant
Die Bewilligungen zur Entnahme von Wasser aus Bächen zur Bewässerung sind an vielen Orten sistiert. Der BVA steht dazu im Kontakt mit den kantonalen Stellen und appelliert, den bestehenden Spielraum zu nutzen. An vielen Orten können die Bauern auf Trinkwasser ab Hydrant ausweichen, dies jedoch zu unterschiedlichen Preisen. Der BVA ersucht die Wasserversorger, den Bauern den Wasserbezug zu ermöglichen und das Wasser zum Selbstkostenpreis weiterzugeben. Schliesslich besteht die Infrastruktur und es sind nur die variablen Kosten zu verrechnen. Der BVA hat auch festgestellt, dass teilweise die Wasserentnahme ab dem Netz voreilig eingeschränkt wird und bei gutem Willen der Gemeindebehörden Wasser beschafft werden kann. Im weiteren weist der BVA darauf hin, dass die Gemeinde in keinem Fall Abwassergebühren verrechnen darf.

Reusswasser für die Bünz zu warm
Weiter hat der BVA prüfen lassen, ob die Reuss, welche mit 90 m3 pro Sekunde noch viel Wasser bringt, mit temporären Leitungen die Bünz speisen könnte, um den Bauern die Wasserentnahme wieder zu ermöglichen und den Fischen das Leben zu retten. Die Abklärungen haben jedoch ergeben, dass es zum einen sehr hohe Wassermengen bräuchte, um in der ganzen Bünz die Wasserentnahmen wieder zuzulassen und zum anderen das Reusswasser für die Fische zu warm ist. Aufgrund der Möglichkeiten der Netznutzung an vielen Orten und des damit verbundenen gezielten Wassereinsatzes wurde die Idee deshalb nicht weiterverfolgt.

Futter auf Börse melden
Aufgrund des mageren Futterangebots diesen Sommer stellt sich die Frage, was man dem Vieh im Winter zu fressen gibt, wenn die Futtervorräte jetzt schon angetastet werden. Die Frage, ob man noch zu einem angemessenen Preis Heu beschaffen kann, brennt aktuell unter den Nägeln. Eine verlässliche Antwort ist nicht möglich. Wichtig ist aber, dass das Inlandangebot transparent gemacht wird. Dazu arbeitet der BVA mit dem Maschinenring zusammen und verweist auf deren Futtermittelbörse unter www.futterboerse.ch.

Futterplätze melden, Zwischenfutter anbauen
Landwirte, welche zusätzliche Tiere für die Herbst- und Winterführung aufnehmen können, können sich gerne beim BVA melden. Der BVA appelliert an die Solidarität unter den Bauern bei der Preisbestimmung und ersucht die Körnermaisproduzenten, zuerst die Nachfrage nach Silomais abzudecken. Für Betriebe, die nach dem Mais keine Winterkultur eingeplant haben, ist das Anlegen einer Zwischenkultur oder eines Zwischenfutters obligatorisch, wenn der Mais vor dem 31.8. geerntet wird. Hier sollte geprüft werden, anstelle einer Gründüngung ein Zwischenfutter anzubauen.

Fleisch einlagern und Milchpreis erhöhen
Viele Kühe, die sowieso geschlachtet worden wären, werden einfach früher in den Schlachthof gebracht. Das hat zu einem kurzzeitigen Überangebot und einem Preissturz geführt, dem mit Einlagerungsaktionen und einem Importstopp begegnet werden muss. Der BVA appelliert auch an die Händler, den Preis nicht unnötig zu drücken, denn das Fleisch wird früher oder später fehlen. Am Milchmarkt ist es gerade umgekehrt. Das Milchangebot sinkt, was im Gegenzug zu einem höheren Milchpreis führen muss.

Ralf Bucher
Geschäftsführer