RR Dr. Markus Dieth (li) und Matthias Müller, Leiter Landwirtschaft Aargau (re) bringen den frisch geschnittenen Salat in die Kühle.

Markus Dieth besuchte Aargauer Obst- und Gemüseproduzenten

9.07.2018

Kurz vor den Sommerferien besuchte Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth die Gemüse- und Obstbauern. Die Obstbauern bedankten sich mit Kirschen für die im letzten Jahr getroffenen Sofortmassnahmen nach dem Jahrhundertfrost und die Gemüseproduzenten verinnerlichten bei Dieth die Wichtigkeit des Gemüsebaus im Aargau.

Im April 2017 hat der Jahrhundertfrost in den Aargauer Spezialkulturbetrieben mit Obst-, Wein- und Beerenbau existenzbedrohende Ertragsausfälle von rund 20 Millionen Franken verursacht. Ende Juni 2018 standen die Kirschenproduzenten in der zweiten der vier grossen Kirschenwochen und pflückten die Früchte der mengenmässig drittgrössten Kirschenernte seit über zehn Jahren. Bei dieser Gelegenheit luden die Verbände der Aargauer Obst-, Wein und Beerenproduzenten den Aargauer Landwirtschaftsdirektor, Regierungsrat Dr. Markus Dieth, zum Kirschenessen frisch ab Baum ein.

Sofortmassnahmen eingeleitet
Mit Markus Dieth war gut Kirschen essen, denn nach den ausserordentlichen Frostschäden im Vorjahr unterstützte und initiierte er in der Funktion als Landwirtschaftsdirektor Sofortmassnahmen für stark betroffene Betriebe. Auf dem Saumhof der Familie Andreas und Marietta Seeholzer in Künten bedankten sich die Produzentenverbände und überreichten Dieth einen randvoll gefüllten Kirschenkorb.   

Hoher Stellenwert der Gemüseproduktion
Das extreme Klima sowie vermehrte Wildschäden fordern die Aargauer Gemüsebauern. Trotz grosser Herausforderungen sind sie auf dem Vormarsch und mit ihren innovativen Ideen und Investitionen in der Gemüseproduktion schweizweit ganz vorne mit dabei. Vor allem das Verarbeitungsgemüse geniesst einen hohen Stellenwert im Aargau. Der schweizweite Bedarf von Erbsen, Bohnen und Zuckermais wird zu über 50 % durch die Aargauer Gemüseproduktion abgedeckt. Vier Betriebsführungen, organisiert von Vertretern des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten Sektion Aargau, zeigten Markus Dieth die Vielfalt der Aargauer Gemüseproduktion auf.

Einzigartige Eisbergpackmaschine
Die erste Betriebsführung führte auf ein Gemüsefeld der Max Schwarz AG. Sie arbeitet mit einer mobilen Verpackungsmaschine, die in der Schweiz einzigartig ist. Der Eisbergsalat wird direkt auf dem Feld geerntet, maschinell verpackt und in Kisten zur Vakuumkühlmaschine gebracht. Die Erntemaschine sorgt für hohe Effizienz und gleichzeitig für angenehme Arbeitsbedingungen auf dem Feld.

Der zweite Betrieb
Thomas Käser aus Birmenstorf ist schon lange bekannt für seinen Asia-Schnittsalat, Rucola und Feldsalat. Insgesamt baut er auf seinen Feldern und auf Flächen von benachbarten Landwirten rund 30 verschiedene Produkte an. Die Schnittsalaternte erfolgt pro Beet mit einer Maschine, die den Salat per Förderband zu den Kisten transportiert. Der Betrieb wäscht sein Gemüse mit einer modernen Waschanlage, welche  von einem Aargauer gebaut und sogar mit einem Innovationspreis prämiert wurde. Mit GPS-Geräten in den Traktoren wird gesteuert und zugleich die Flächendaten aufgenommen. Ein zeitgemässer Waschplatz ermöglicht einen vorbildlichen Umgang beim Hantieren mit Pflanzenschutzmitteln. Ein Hackroboter sowie eine Solaranlage sind weitere Investitionen die auf dem Betrieb getätigt wurden.

Aargau ist führend beim Zuckermais
Daniel Habegger, Mägenwil, Präsident der Industriegemüseproduzenten, führte als Dritter übers Feld. Er baut Bohnen, Erbsen, Spinat und Zuckermais für die Verarbeitung an. Er war einer der ersten im Anbau von Zuckermais unter der Folie, was eine frühere Aussaat ermöglicht und das Wachstum beschleunigt. 90 % des Zuckermaises wird im Aargau angebaut und unterstreicht deren Bedeutung. Bei den hohen Temperaturen ist die Bewässerung der Kulturen wichtig, muss aber aufgrund der Wasserkosten wohl überlegt sein. Die Wasserpreise variieren enorm und sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

Hohe Produktivität mit Hors Sol
Die Tomaten- und Gurkenproduktion von Ruedi Meier in modernster Gewächshausanlage zeigte einen weiteren, sehr fortschrittlichen Betrieb. Mit dem Hors Sol-Verfahren werden die Tomaten über dem Boden in Substrat angebaut. Die Produktivität ist mit diesem Anbauverfahren enorm. Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft. Wasser und Nährstoffe werden je nach Pflanzenbedarf zugeführt, Überschüsse im Kreislaufsystem rezykliert und wiederverwertet. Die Pflanzen werden mit Hummelvölkern bestäubt und das Klima im Gewächshaus wird über einen Klimacomputer gesteuert. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage platziert, welche einen Teil der Stromversorgung sicherstellt.  Die Sortierung und Verpackung der Produkte erfolgt teilautomatisiert mithilfe eines effizienten Packsystems.

Marina Kindlimann
Fachmitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit