Bewuchsspezifische-Applikation Quelle: Amazonen-Werke

Mit neusten Technologien Pflanzenschutzmittel reduzieren? Jetzt als Pilotbetrieb anmelden!

15.01.2019

Die drei Kantone Aargau, Thurgau und Zürich starten ein Projekt zur Anwendungsoptimierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln im Acker-, Gemüse-, Obst- und Rebbau. Mit sieben technologiebasierten Massnahmen sollen teilnehmende Betriebe Einsparungen von mindestens 25 Prozent erreichen. Interessierte Betriebe können sich bis Mitte Februar für eine Teilnahme anmelden.

Die Landwirtschaft nutzt Pflanzenschutzmittel zur Sicherung des Pflanzenertrags und der Qualität der Ernteprodukte. Ziel ist ein effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglichst ohne unerwünschte Nebeneffekte und negative ökologische Folgen. Der 2017 vom Bundesamt für Landwirtschaft lancierte Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz zeigt Möglichkeiten auf, wie sich Einträge in die Umwelt durch Massnahmen auf dem Betrieb und auf dem Feld vermeiden lassen und fördert Projekte, die die Landwirtschaft bei der Zielerreichung unterstützen.

Digitale Unterstützung
Die drei das Projekt initiierenden landwirtschaftlichen Zentren Arenenberg (TG), Liebegg (AG) und Strickhof (ZH) sowie die drei kantonalen Bauernverbände sind sich einig, dass zur Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Pflanzenschutzmittel alle Register gezogen werden müssen. Unter anderem sollen dazu auch die heute verfügbaren Möglichkeiten digitaler Technologien zum Einsatz kommen. Mit sogenannten Precision-Farming-Technologien können der richtige Zeitpunkt, der richtige Ort und die richtige Art einer Pflanzenschutzmassnahme besser bestimmt und durchgeführt werden. Dies reicht von der Vermeidung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln durch den Einsatz mechanischer Unkrautkontrollverfahren, über eine Reduktion der Behandlungshäufigkeit durch die Ausnutzung des optimalen Behandlungszeitpunkts, bis zur Eliminierung von Überlappungen inner- und ausserhalb des Feldes. Am Markt verfügbare Precision-Farming-Technologien wie satellitengesteuerte (GPS) Lenksysteme, GPS- und sensorgesteuerte Pflanzenschutz- und Hackgeräte, Robotikanwendungen, Drohnen sowie betriebsspezifische Pflanzenschutz-Prognosesystemen erlauben eine Optimierung und Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln.

60 Pilotbetriebe gesucht
Der Einsatz dieser Precision-Farming-Technologien ist in der Schweiz aus verfahrenstechnischen und ökonomischen Gründen noch nicht stark verbreitet. Das von den drei Kantonen und dem Bundesamt für Landwirtschaft finanzierte Ressourcenprojekt PFLOPF (Pflanzenschutzoptimierung mit Precision Farming) will den Nutzen und die Anwendbarkeit der verfügbaren Technologien unter Schweizer Verhältnissen aufzeigen. Betriebe sollen im Einsatz der Technologien unterstützt werden. Das Projekt soll zu einer fachlich hochstehenden Pflanzenschutzpraxis beitragen. Über einen Zeitraum von acht Jahren sollen 60 Pilotbetriebe mit dem Einsatz von Precision-Farming-Technologien auf ungefähr 900 Hektaren Fläche die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln optimieren und die eingesetzte Pflanzenschutzmittelmenge um mindestens 25 Prozent reduzieren, ohne dabei die Pflanzenschutzwirkung zu vermindern. Jeder Kanton sucht dazu je zehn Betriebe mit Ackerbau und je drei mit Gemüsebau, Obstbau und Rebbau als Teilnehmer. Gemischtbetriebe mit mehreren der Produktionsrichtungen können ebenfalls teilnehmen.

Flexible Massnahmen-Umsetzung
Die flächenbezogenen Teilnahmebeiträge ermöglichen den Betrieben eine flexible Massnahmenumsetzung, sei es mit bestehender Eigenmechanisierung, neu angeschafften Geräten, oder über den Lohnunternehmer. So kann jeder und jede, egal ob mehr oder weniger technologieinteressiert, Massnahmen umsetzen und mit der Nutzung von Precision-Farming-Technologien zu einer Optimierung des Pflanzenschutzes und Reduktion der Ausbringmengen beitragen.

Jetzt anmelden und als Pilotbetrieb dabei sein!
Interessierte Betriebe informieren sich unter www.pflopf.ch und melden sich bis Mitte Februar 2019 an. Nach Auswahl der Betriebe, Anmeldung der Massnahmen und Vertragsabschluss beginnt ab Mitte 2019 die Umsetzung.

Ralf Bucher
Geschäftsführer