Suisse Bilanz: BVA lehnt Verschärfung ab

6.06.2017

Das BLW will das Modul 8 zur Suisse Bilanz überarbeiten. Besonders die Erhöhung des Ausnutzungsgrades beim Stickstoff trifft die Aargauer Bauern stark. Es müssten für 4‘500 m3 Gärgülle neue Abnehmer gesucht werden. Der BVA wehrt sich deshalb klar gegen diese unbegründete Änderung.

In seiner Stellungnahme zu den Anpassungen des Modul 8 der Suisse Bilanz wehrt sich der BVA entschieden gegen die Erhöhung des Ausnutzungsgrades beim Stickstoff von 0.60 auf 0.70 und unterstützt dabei die Haltung von Ökostrom Schweiz und des Schweizer Bauernverbands.

Fehlende Begründung
Eine höhere N-Verfügbarkeit bei Gärresten sind nur unter Laborversuchen bestätigt worden. Bei Feldversuchen sind im Vergleich zu unvergorenen Hofdüngern nur geringe Unterschiede auszumachen, ein um 15 % höherer Ausnutzungsgrad ist nicht belegt. Zudem sind Nährstoffverfügbarkeit und Nährstoffverluste von zahlreichen Einflussfaktoren betroffen. Je nach Standort, Management und Umweltbedingungen sind auch in der wissenschaftlichen Literatur die Ergebnisse bezüglich Verfügbarkeit und Verluste sehr heterogen.

Zusätzliche Strassentransporte wären die Folgen
Im Vergleich zu deutschen und österreichischen Düngungsnormen werden Vergärungsprodukte vergleichbar mit unvergorenen Hofdüngern bewertet. Durch die Erhöhung des Ausnutzungsgrades können die Betreiber von landw. Vergärungsanlagen und ihre Abnehmer weniger Gärgülle oder flüssiges Gärgut einsetzen. Die Folge davon wären zusätzliche Transporte auf der Strasse und ein unnötiger Energieverschleiss. In Zahlen ausgedrückt heisst dies für die landwirtschaftlichen Vergäranlagen: Von 30‘600 m3 eingesetzter Gärgülle müssten für ca. 4‘500 m3 neue Abnehmer gesucht werden.

Othmar Vollenweider
Fachberater für Hof- und Recyclingdünger

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