Rehkitzrettung: Vom Verblenden zur Suche mit der Drohne

Die Rettung der Rehkitze im Frühling und Vorsommer gehört zu den festen Aufgaben von Jagd und Landwirtschaft. Die Kitze werden von der Geiss ins hohe Gras gesetzt und es muss alles unternommen werden, damit diese bei der Heuernte nicht in die Maschine geraten und getötet werden.

Meist im Zeitraum von Ende Mai bis anfangs Juli werden die Kitze in eine Wiese gesetzt. Die absolut geruchlosen Kitze verharren dort während Wochen im hohen Gras und werden von der Geiss nur zum säugen aufgesucht. Die ersten zwei bis drei Wochen unternehmen sie bei Gefahr keinen Fluchtversuch, sondern ducken sich nur ins Gras. Erst danach versuchen sie, sich durch Flucht in Sicherheit zu bringen. Diese Strategie hilft gut gegen Wildtiere wie z.B. den Fuchs, bei Mähmaschinen sind die Kitze damit chancenlos.

Früher wie auch heute: Das Verblenden
Das Verblenden der Wiesen ist auch heute noch eine gute und effektive Möglichkeit, um die Rehkitze zu retten. Am Vorabend vor dem Grasschnitt werden auffällige weisse Säcke an Stangen aufgehängt, hauptsächlich dort, wo Kitze vermutet werden. Dies alarmiert die Geiss und sie wird das Kitz über Nacht aus der Wiese holen um es zu schützen.

Heute und in Zukunft: Drohnenrettung
Die moderne Rehkitzrettung geschieht per Drohne. Das mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Gerät sucht dabei ein Feld innert wenigen Minuten ab. Durch die Körperwärme der Tiere können diese aufgefunden und dann (meist durch eine zweite Person) gerettet werden. Das ist eine sehr effektive Methode, die aber auch zwei gewichtige Nachteile aufweist: Die Ausrüstung ist mit mindestens 4‘000 Franken teuer in der Anschaffung, effizientere Geräte kosten schnell einmal das Doppelte. Die Suche mit der Wärmebildkamera funktioniert nur in den frühen Morgenstunden. Sobald die Sonne die Umgebung aufwärmt, sind die Kitze auf dem Monitor nicht mehr sichtbar. 

Der BVA unterstützt die Drohnenrettung
Um die Ausbildung von Aargauer Drohnenpiloten zu unterstützen, zahlt der BVA die ersten beiden Jahresbeiträge des Vereins rehkitzrettung.ch für die Aargauer Kursteilnehmer. Ferner beteiligt er sich an den jährlichen Unkosten mit dem Beitrag von Fr. 300.-. Noch nicht erfasste Drohnenpiloten melden sich unter info[at]bvaargau [dot] ch.

Fredi Siegrist

Fachmitarbeiter
Marketing und Kommunikation
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fredi.siegrist [at] bvaargau.ch