GVK Baden: Kulturland schützen
Der Handlungsbedarf im Raum Baden ist grundsätzlich nachvollziehbar. Die Abstimmung von Siedlung und Verkehr bis 2040 ist richtig. Aus landwirtschaftlicher Sicht bestehen jedoch klare Vorbehalte bei den konkreten Massnahmen.
Fruchtfolgeflächen konsequent sichern
Fruchtfolgeflächen (FFF) sind zentrale Produktionsgrundlagen. Sie sind nicht beliebig ersetzbar. Der BVA fordert deshalb:
- Minimierung des Flächenverbrauchs bei sämtlichen Varianten
- Frühzeitige und verbindliche Einbindung der betroffenen Landbewirtschafter
- Vollständige Kompensation dauerhaft beanspruchter FFF
- Transparente Gesamtflächenbilanz aller Massnahmen
Die landwirtschaftliche Erschliessung muss während der Bauphase und im Betrieb jederzeit gewährleistet bleiben.
Langfristige Optionen nur mit minimalem Flächenverlust
Die Sicherung von Raum für langfristige Verkehrslösungen ist planerisch nachvollziehbar. Voraussetzung ist jedoch, dass der dauerhafte Verbrauch von Kulturland auf das absolute Minimum beschränkt wird. Unterirdische Lösungen sind klar zu priorisieren. Im Siggenthaler Feld ist statt eines Tunnelportals ein unterirdischer Kreisverkehr vorzusehen. So können weitere Landwirtschaftsflächen geschont werden.
Velovorzugsroute im Siggenthaler Feld ablehnen
Die geplante Velovorzugsroute durch das offene Kulturland im Siggenthaler Feld wird aus landwirtschaftlicher Sicht abgelehnt. Eine Linienführung im offenen Feld führt zu unnötigem Flächenverlust und strukturellen Nachteilen. Es ist die landwirtschaftsverträgliche Variante gemäss Behördendelegation zu wählen.
Der BVA steht zu einer zukunftsfähigen Verkehrsentwicklung. Sie darf jedoch nicht auf Kosten der Ernährungssicherheit und funktionierender landwirtschaftlicher Strukturen erfolgen. Kulturland ist eine strategische Ressource – und entsprechend zu behandeln.
Alain Bütler
Fachmitarbeiter Raumplanung