BVA fordert: Hochwasserschutz ohne Verlust wertvollen Ackerlands
Die Reussebene, die sich von Sins bis zum Flachsee bei Unterlunkhofen erstreckt, umfasst 327 Hektaren und ist das grösste Teilgebiet des Auenschutzparks Aargau. In diesem Jahr wurde das Gebiet durch die Einweihung der Aue bei Reussegg um 20 Hektaren erweitert. Zusätzlich gibt es in Oberrüti ein Flachmoor von nationaler Bedeutung mit knapp 10 Hektaren sowie geplante Pufferzonen. Aus Sicht des BVA sind diese Massnahmen ausreichend, denn die Landwirtschaft im Aargau bewirtschaftet bereits über 20 % Biodiversitätsförderflächen und leistet somit einen erheblichen Beitrag zur Natur.
Dämme analog zum Kanton Zug erhöhen
Das Hochwasserschutzprojekt sollte sich primär auf den Schutz vor Hochwasser konzentrieren und keine neuen Naturschutzzonen schaffen. Die Verstärkung der bestehenden Dämme, wie es der Kanton Zug auf der gegenüberliegenden Seite plant, ist ausreichend. Eine Aufweitung der Reuss, die den Verlust von wertvollem Ackerland oder gar die Verlegung einer Trinkwasserfassung bedeuten würde, lehnt der BVA entschieden ab. Der Regierungsrat wird aufgefordert, dies bei der weiteren Planung zu berücksichtigen.
Zusätzlich fordert der BVA, den Rückfluss des Binnenkanals bei Hochwassersituationen der Reuss besser zu steuern, um regelmässige Überschwemmungen des Kulturlandes zu verhindern. Gleiches gilt für den Stöckenbach, dessen Einmündung in den Binnenkanal verbessert werden muss.
Bevölkerung sagt Ja zur Nahrungsmittelproduktion
Die Gemeinden Dietwil und Oberrüti haben die Biodiversitätsinitiative im September dieses Jahres mit über 80 % abgelehnt, ähnlich wie die meisten Oberfreiämter Gemeinden. Biodiversität ist den Landgemeinden wichtig, sie wissen aber auch um die Bedeutung der Nahrungsmittelproduktion. Wenn weniger Fläche für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung steht, müssen Lebensmittel importiert werden, was gemäss verschiedenen Studien weniger nachhaltig ist. Weiter gilt es zu Bedenken, dass der Hunger auf dieser Welt mit über 700 Millionen Betroffenen heute schon viel zu gross ist und deshalb gutes Ackerland für die Nahrungsmittelproduktion erhalten werden soll.
Ralf Bucher
Geschäftsführer BVA