BVA warnt vor unnötiger Mega-Einzonung

In den Gemeinden Möhlin und Rheinfelden werden die Gemeindeversammlungen am 3. September 2020 über einen Kredit für eine Testplanung beschliessen. Das Gebiet umfasst über 30 ha, davon rund die Hälfte bestes Ackerland, das nicht eingezont ist. Der BVA warnt vor einer schnellen Überbauung und leerstehenden Wohnungen.

In den letzten zehn Jahren hat sich der Leerwohnungsbestand im Aargau mehr als verdoppelt. Auch der Bezirk Rheinfelden hat mit 446 leerstehenden Wohneinheiten per 1. Juni 2020 einen hohen Anteil unbewohnter Einheiten. Die bauliche Entwicklung geht damit schneller voran als die Bevölkerungsentwicklung. Damit wird unnötig neuer Boden verbaut und kann nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Die Ernährungssicherheit, deren Bedeutung uns gerade in der vergangenen Corona-Zeit vor Augen geführt wurde, wird damit weiter geschwächt und die Importabhängigkeit von weniger nachhaltigen Produkten nimmt kontinuierlich zu.

Mit Testplanung wird Überbauung forciert
Davon ausgehend, dass dieses Gebiet überbaut werden soll, macht eine Testplanung durchaus Sinn. Der BVA stellt jedoch den Zeitpunkt in Frage. Wer jetzt eine Testplanung macht, forciert die Einzonung des Gebiets und damit die Überbauung und den damit verbundenen Verlust des höchst produktiven Möhliner und Rheinfelder Ackerbodens. Zudem wird damit unter anderem neuer Wohnraum gebaut, der aktuell gar nicht benötigt wird, wie die Leerwohnungsbestände zeigen. Der BVA respektiert die Gemeindeautonomie. Angesichts der Tragweite des Projekts mit rund 15 ha Neueinzonung sieht sich der BVA aber gezwungen, der Bevölkerung auch die ganzen Konsequenzen einer Testplanung zu zeigen.

Ralf Bucher
Bauernverband Aargau