Das Aargauer Biogas-Potential aus Gülle und Mist gemeinsam ausschöpfen

Die Aargauer Stadtwerke, der Bauernverband Aargau (BVA) und Ökostrom Schweiz wollen den Zubau von erneuerbarer Energie vorantreiben und bündeln ihre Kräfte. Im Fokus steht die Nutzung der Energie aus den Aargauer Hofdüngern in Form von Biogas. Das Ziel ist es, rund zehn Anlagen mit einer eingespeisten Biogasproduktion von insgesamt 50 GWh pro Jahr zu bauen.

Die Gasbranche will verstärkt auf erneuerbares Gas setzen. Biogas aus heimischen Ressourcen spielt dabei eine tragende Rolle. Doch die heimischen Biomassepotenziale sind begrenzt und werden bereits weitgehend genutzt – mit Ausnahme der Hofdünger. Die Schweizer Landwirtschaft verfügt mit ihren Hofdüngern (Gülle und Mist) über das grösste noch ungenutzte Biomassepotential.

Zehn Anlagen im Aargau für 5'000 Haushalte
Aus diesem Grund spannen der BVA, Ökostrom Schweiz, Fachverband landwirtschaftliches Biogas, und die sechs städtischen Aargauer Gasversorger aus Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg, Wohlen und Zofingen partnerschaftlich zusammen. Sie wollen Standorte für hofdüngerbasierte Biogasanlagen im Kanton Aargau identifizieren und solche Anlagen zusammen mit den Betriebsleitenden realisieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Anlagen, die das gewonnene Biogas direkt in das bestehende Gasnetz einspeisen können. Entsprechend muss die Anlage in unmittelbarer Nähe zu einer Gasleitung stehen. Die Partner gehen davon aus, dass in den nächsten sieben Jahren rund zehn hofdüngerbasierte Biogasanlagen realisierbar sind. Insgesamt sollen rund 50 GWh Energie in Form von Biogas, Strom oder Wärme produziert werden. Mit 50 GWh Biogas können rund 5’000 Haushalte mit Wärme versorgt werden.

Landwirtschaftliche Biogasanlagen als Klimaschutzprojekte
Bei herkömmlicher Mist- und Güllelagerung entweicht Methan in die Atmosphäre. In einer Biogasanlage hingegen wird das Methan aufgefangen und zu Energie umgewandelt. Die landwirtschaftliche Biogasproduktion trägt somit über zwei Wirkungspfade zur Reduktion von klimarelevanten Gasen bei. Zum einen über die Substitution fossiler Treib- oder Brennstoffe und zum anderen durch die Reduktion von Methanemissionen aus der Hofdüngerlagerung. Für die geplanten Anlagen entspricht die Substitutionsleistung rund 13‘750 Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich und die Reduktionsleistung rund 8‘000 Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich.

Die Aargauer Stadtwerke, Ökostrom Schweiz und der BVA sind zuversichtlich, mit der Energieproduktion aus Hofdüngern in Zukunft zu einer erneuerbaren, verlässlichen und regionalen Energieversorgung beizutragen.

Gemeinsame Medienmitteilung der Aargauer Stadtwerke, Ökostrom Schweiz und Bauernverband Aargau