Gedanken zum Jahreswechsel
Die Welt präsentiert sich heute leider nicht besonders friedlich. Der Ukrainekonflikt ist nach wie vor ungelöst. In Israel erlebten wir aus der Ferne einen beispiellosen Ausbruch der Gewalt und Gegengewalt, und in Armenien wurden im Herbst über 100'000 Christen aus Haus und Heimat vertrieben. In Zeiten, in welchen die Welt aus den Fugen zu geraten droht, ist ein dankbarer Blick auf die positiven Entwicklungen und schönen Momente des vergangenen Jahres in meinen Augen angebracht. Denn selbstverständlich ist das alles nicht.
Unvergessliche ALA23
Mit grosser Freude blicken wir auf die unvergessliche ALA23 zurück. Wir Bäuerinnen und Bauern haben es wieder einmal geschafft! Wir haben ein Fest der Freude, der Begegnung und des Zusammenhaltes auf die Beine gestellt und erfolgreich durchgeführt. Wir haben den Konsumentinnen und Konsumenten unsere Hände gereicht und die Menschen eingeladen, mit all ihren Sinnen in die moderne Landwirtschaft einzutauchen. Die unzähligen Momente der Freude und des Staunens werden noch über Jahre ihre Wirkung entfalten. Gleichzeitig ist es uns gelungen, den Zusammenhalt zwischen uns Bäuerinnen und Bauern weiter zu festigen. Das freut mich ungemein und ich möchte allen Beteiligten meinen herzlichen Dank aussprechen.
Das Positive sehen
Weiter dürfen wir, bei all unseren Problemen und Problemchen, mit Demut, Freude und mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen, dass es uns in der Schweiz vergleichsweise sehr gut geht. Wir haben ein faires Rechtssystem, in welchem das Eigentum und die freie Meinungsäusserung geschützt werden. Wir haben funktionierende Märkte und bei eigentlich allen Produkten, die wir benötigen, eine gute Versorgungslage. Wir haben ein funktionierendes Gesundheitswesen, einen stark ausgebauten Sozialstaat und gute Schulen für unsere Kinder. Zu dieser guten Ausgangslage tragen wir Bäuerinnen und Bauern im Rahmen unserer Möglichkeiten bei. Mit grossem persönlichem Einsatz und mit Demut gegenüber der Natur erzeugen wir gesunde regionale Lebensmittel und tragen so zur Versorgungssicherheit der Schweiz bei. Unser Fokus liegt dabei nicht auf der kurzfristigen Gewinnmaximierung. Wir wissen genau, dass wir der Natur, unseren Betrieben und unseren Familien gegenüber langfristig in der Verantwortung stehen, und handeln auch entsprechend.
Wer sich anstrengt, braucht Erholung
Diese langfristige Verantwortung und auf der anderen Seite das «Tagesgeschäft», unseren Job an allen 365 Tagen des Jahres «gut machen zu wollen», den Tieren und Kulturen gut zu schauen, das setzt Einsatzbereitschaft und Anstrengung voraus. Und wer sich anstrengt, braucht auch Phasen der Erholung.
Ich hoffe darum, dass Sie alle die Weihnachtszeit auch dazu nutzen können, die Batterien wieder aufzuladen und das Fest der Liebe zu geniessen. Danach können wir alle mit neuer Energie die Herausforderungen des kommenden Jahres meistern. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein erfolgreiches und glückliches neues Jahr.
Christoph Hagenbuch
Präsident BVA