Kulturlandverlust bei Strassenbauprojekten vermeiden
Die neue Wiggertalstrasse soll den Verkehr um Rothrist herumleiten, würde jedoch 1,5 Hektar Fruchtfolgeflächen (FFF) beanspruchen. Der BVA lehnt die Vorlage aus grundsätzlichen Erwägungen ab, da die geplante Umfahrungsstrasse zu viel Land beansprucht und grosse Parzellen durchschneiden würde. Eine Umfahrung sollte entweder durch einen Tunnel oder zumindest direkt entlang der Autobahn verlaufen, um die Zerteilung grosser Bewirtschaftungsflächen zu vermeiden.
Autobahnausbau auf bestehendem Terrain
Bereits im Jahr 2022 sprach sich der BVA gegen einen Ausbau der A1 aus, sofern dieser wie im damals aufgelegten Vorprojekt übermässig Kulturland beansprucht. Der geplante Ausbau der A1 auf sechs Spuren bis 2037, um den täglichen Verkehr von über 100'000 Fahrzeugen zu bewältigen, ist für den BVA nachvollziehbar. Im generellen Projekt von 2022 waren jedoch 10 Hektar Kulturland betroffen, davon etwa die Hälfte Fruchtfolgeflächen. Der BVA forderte die Verantwortlichen bereits damals auf, kreativ zu sein und den Ausbau innerhalb des bestehenden Autobahnraums zu realisieren. Eine mögliche Lösung wäre die permanente Nutzung des Pannenstreifens, gesteuert durch eine Lichtsignalanlage, wie es bereits bei Tunnelanlagen oder bestehenden Autobahnen erfolgreich praktiziert wird. Auch die bestehende Böschung könnte steiler gestaltet werden, um Platz zu sparen, anstelle der aktuellen Grasböschungen, die eher Neophyten als hohe Biodiversität fördern.
Der BVA betont eindringlich, dass zukünftige Strassenbauprojekte kein Kulturland zerstören dürfen. Andernfalls wird er sich dagegenstellen.
Ralf Bucher
Geschäftsführer BVA