Pro Natura stellt Bauernfamilien an den Pranger
Mit ihrer Plakat-Aktion „Keine Pestizide in unseren Gewässern“ stösst Pro Natura die 54‘000 Bauerfamilien in der Schweiz vor den Kopf. Mit einseitigen, tendenziösen und undifferenzierten Aussagen verurteilt sie diese als die Gewässer-Verschmutzer schlechthin. Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren sehr viele Anstrengungen unternommen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren. Und sie ist bereit, auch in Zukunft aktiv ihren Beitrag daran zu leisten. Der BVA wird auf nächstes Jahr zusammen mit dem Verein Aargauer Bienenzüchter ein Projekt für eine bienenfreundliche Landwirtschaft lancieren.
Der SBV setzt alles daran, dass die Wirkstoffe so effektiv wie möglich und nur so weit absolut nötig eingesetzt werden. So unterstützt die Schweizer Landwirtschaft beispielsweise den Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, der zum Ziel hat, die Risiken des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes zu reduzieren. Zentral dabei ist, dass für die Umsetzung des Aktionsplans wissenschaftlich basierte Erkenntnisse zur Anwendung gelangen. Darum unterstützt der SBV auch das Postulat der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates zum Glyphosat-Monitoring. Er erhofft sich davon, dass der unterschiedliche Glyphosat-Einsatz „Schweiz im Vergleich zum Ausland“ daraus ersichtlich wird. Erste Rückstandsuntersuchungen auf Schweizer Getreide und Ölsaaten deuten in diese positive Richtung. Die eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope hält in ihrem 2013 erschienenen Bericht zu den Agrarumweltindikatoren für Pflanzenschutzmittel fest, dass Schweizer Landwirte nicht mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen als ihre Berufskollegen im Ausland.
Zwischen 40 bis 50 Prozent der Lebensmittel werden heute importiert – auch aus Regionen der Erde, in denen Umweltanliegen und Dosierung von Pflanzenschutzmitteln kaum ein Thema sind. Es greift also zu kurz, die alleinige Verantwortung der Schweizer Landwirtschaft zuschieben zu wollen.