Rettung der Rehkitze: traditionell oder schon bald modern?
Die Stiftung Wildtiere Aargau setzt sich seit vielen Jahren für die Wildtiere und deren Schutz ein. Das augenfälligste Projekt dieser Stiftung, in der auch der BVA vertreten ist, ist der Schutz der Tiere vor dem Mähtod. Ein Anliegen, das sowohl Bauern wie auch Jägern sehr wichtig ist.
Traditionelle Methode mit Verblenden
Die Wiese ist die Kinderstube der Wildtiere. Das Kitz wird von der Rehgeiss im hohen Gras platziert, sie selber ist nur ein paar Mal pro Tag zum Säugen beim Kitz. Droht Gefahr, hat dieses leider den Reflex sich noch mehr ins Gras zu ducken, statt zu flüchten. Der Landwirt auf dem Traktor hat somit keine Chance das Tier zu sehen. Darum muss beim Eintreffen des Landwirts mit Traktor und Mähmaschine das Feld frei sein. Dies erreicht man mit dem sogenannten Verblenden des Feldes. Diese Stangen mit auffälligen, weissen Säcken o.ä., werden meistens durch die Jäger am Vorabend des Mähtags aufgestellt. Das signalisiert der Geiss, dass etwas nicht in Ordnung ist und sie wird das Kitz wieder aus der Wiese holen. Auch hilfreich ist das Anmähen am Abend vor dem eigentlichen Schnitt, damit die Rehgeiss alarmiert wird.Wichtig ist die gute Information des Landwirts an die Jäger. Diese sind darauf angewiesen das Schnittdatum möglichst früh zu kennen. Setzen Sie sich mit Ihrem Jäger frühzeitig in Verbindung und besprechen Sie miteinander das Vorgehen!
Was bringt die Zukunft?
Die Stiftung Wildtiere Aargau setzt sich im Moment auch mit einer neuen Technik der Rehkitzsuche auseinander. Statt dem Verblenden oder dem noch mühsameren Absuchen zu Fuss, bietet sich neu die Lokalisierung der Kitze per Drohne an. Mit einer mit Wärmebildkamera versehenen Drohne, kann man in wenigen Minuten feststellen, ob sich in einem Feld ein Kitz befindet. Der Drohnenpilot kann dem Gehilfen, meistens einem Jäger, den genauen Standort des Jungrehs anzeigen, dieser ist dann für die Rettung des Tieres besorgt. Diese Methode ist mühelos, sehr effizient, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Viele Fragen zur Technik, zur Organisation und nicht zuletzt zu den Kosten müssen noch beantwortet werden. Die Stiftung wird alles daran setzen, im Jahr 2018, in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, einen Pilotversuch zu starten. Die Akteure werden dannzumal von den Ergebnissen des heurigen Pilotversuchs im Kanton Solothurn profitieren können. Was aber auch mit dieser Methode gleich bleiben wird, ist die absolute Notwendigkeit einer guten Kommunikation aller Beteiligten.
Kopterpilot aus Döttingen stellt sich bereits jetzt zur Verfügung
Dem BVA ist bekannt, dass Ralf Lachert bereits in diesem Jahr für Einsätze zur Rehkitzsuche zur Verfügung steht. Er macht das aus rein privatem Interesse und wird keine Kosten verrechnen, wenn die Parzellen im Umkreis von 20 Kilometer um Döttingen liegen.
Interessierte Landwirte melden sich frühzeitig bei:
Ralf Lachert
Brüelstrasse 5
5312 Döttingen
Tel. 076 214 56 29
Mail: ralf [dot] lachert[at]immo-luftbild [dot] ch