Rückblick Agrarpolitikabend - Tierseuchen

Der Agrarpolitikabend am LZ Liebegg war gut besucht. Im Zentrum stand die wachsende Gefahr durch Tierseuchen – ein Thema, welches die Schweizer Nutztierhaltung stark fordert. Besonders betont wurde die zentrale Rolle der Biosicherheit.

Aktuelle Lage in der Schweiz und Europa
Dr. med. vet. Daniela Hadorn vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zeigte eindrücklich auf, wie sich verschiedenste Tierseuchen in Europa wieder ausbreiten – darunter Maul und Klauenseuche, Lumpy Skin Disease, Afrikanische Schweinepest (ASP), Vogelgrippe und die Blauzungenkrankheit. Besonders betonte sie, wie wichtig Früherkennung, Prävention und Sensibilisierung sind, um Ausbrüche frühzeitig einzudämmen. 

Die Sicht des Kantons Aargau
Kantonstierärztin PD Dr. med. vet. Barbara Thür gab Einblick in die kantonale Lage und zeigte, wie der Aargau seine Notfallplanung weiterentwickelt. Aufgrund hoher Haus- und Wildschweinbestände liegt ein Schwerpunkt auf der Afrikanischen Schweinepest. Die zunehmende Mobilität von Menschen und Gütern sowie klimatische Veränderungen verstärken die Risiken zusätzlich. 

Wirtschaftliche und politische Bedeutung
Anschliessend ordnete Peter Bosshard, Geschäftsführer des Schweizerischen Viehhändlerverbands, die Auswirkungen aus politischer und wirtschaftlicher Sicht ein. Tierseuchen können enorme wirtschaftliche Schäden verursachen – von Handelshemmnissen über Produktionsausfälle bis hin zu Keulungsmassnahmen. Für die Betriebe ist deshalb eine gute Vorbereitung, funktionierende Kommunikation sowie klare Verantwortlichkeiten essenziell. 

Blick aus der Praxis – Bericht aus dem Ausland
Ein besonders eindrücklicher Teil des Abends war der Erfahrungsbericht von Peter Seeger, einem deutschen Landwirt aus einer ASP betroffenen Region. Er schilderte die Realität eines Seuchenfalls aus erster Hand und zeigte, wie einschneidend die Konsequenzen für betroffene Betriebe sein können. 

Podium und Austausch
Im Anschluss diskutierten die Referierenden gemeinsam über Prävention, Verantwortlichkeiten und Chancen für die Schweizer Landwirtschaft. Die klarste Botschaft des Abends: Nur gut vorbereitete Betriebe können im Ernstfall schnell handeln und Schäden minimieren.

Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich beim abschliessenden Apéro weiter auszutauschen.

Sarah Waldvogel
Geschäftsführerin Stv. / Fachmitarbeiterin Standesvertretung